Die Stille von Farkasberg
Die Stille von Farkasberg
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Farkasberg wartet auf sie. Nur weiß Anna nicht, warum.
Unter dem Namen Klára Hohlmann reist die vierunddreißigjährige Bestatterin Anna Thalberg in eine abgelegene psychiatrische Klinik. Offiziell will sie über deren Rehabilitationsarbeit schreiben. In Wahrheit sucht sie nach drei Monaten ihres Lebens, die seit 2011 aus ihrem Gedächtnis verschwunden sind.
Schon bei ihrer Ankunft scheint die Klinik sie zu erkennen. Mitarbeiter flüstern, ein gesperrter Flügel riecht noch immer nach Feuer, und in einem Garten voller Spiegel begegnet Anna einem kleinen Mädchen namens Leni, einem Kind, das es angeblich nicht gibt und das ihren wahren Namen kennt. Hinter einer namenlosen Patientenakte, einem verstörenden Therapieverfahren und dem verschwundenen Dr. Valasz wartet eine Wahrheit, die Anna einst um jeden Preis vergessen wollte. Doch manche Erinnerungen lassen sich nicht löschen. Sie warten, bis wir zurückkehren.
Ein atmosphärischer Psychothriller über Identität, Trauer und die Frage, wem unsere Erinnerungen gehören.
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Ich durfte „Die Stille von Farkasberg“ vorab lesen und selten hat ein Buchtitel die Stimmung einer Geschichte so treffend eingefangen. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, selbst durch die nebligen Flure dieser abgelegenen Klinik zu gehen, vorbei an verschlossenen Türen, alten Akten und Spiegeln, in die man besser nicht zu lange schauen sollte.
Das Buch lebt nicht von lauten Schockmomenten, sondern von einer leisen, immer dichter werdenden Bedrohung. Man spürt früh, dass mit Farkasberg etwas nicht stimmt. Noch beunruhigender ist jedoch die Erkenntnis, dass auch Anna ihrer eigenen Wahrnehmung nicht mehr vertrauen kann. Gemeinsam mit ihr versucht man herauszufinden, welche Erinnerungen echt sind, welche ihr genommen wurden und welche ihr vielleicht erst jemand gegeben hat.
Besonders berührt hat mich, dass hinter dem psychologischen Rätsel eine sehr menschliche Geschichte über Verlust, Schuld und das Recht auf die eigene Vergangenheit steckt. Anna ist keine unverwundbare Thrillerheldin, sondern eine glaubwürdige, verletzte Frau, die verzweifelt darum kämpft, wieder selbst über ihre Geschichte bestimmen zu können.
Mehrmals glaubte ich zu wissen, worauf alles hinausläuft. Doch das Buch verschiebt die Wahrheit immer wieder, ohne seine Wendungen billig oder konstruiert wirken zu lassen. Gerade das Ende hat mich noch lange beschäftigt, weil es keine einfachen Antworten liefert und die Grenze zwischen Erinnerung, Manipulation und Wahrheit endgültig verschwimmen lässt.
Ein atmosphärischer, emotionaler und überraschend tiefgründiger Psychothriller, der nicht nur spannend ist, sondern im Kopf bleibt.
Klare fünf Sterne für Farkasberg, einen Ort, den man nach dem Lesen verlässt, der einen selbst aber noch lange nicht gehen lässt.